Kindern mit Sprachstörungen helfen

Stottern, lispeln, verheddern, zu hastig sprechen, keinen Ton heraus bekommen  – die Sprachstörungen bei Kindern können vielfältig sein und können ebenso vielfältig bekämpft werden.

Der Kampf gegen die Sprachstörungen ist meist kräftezerrend. Schnell liegen die Nerven der Eltern blank – aber auch die des Kindes. Und schnell kann sich ein gemütlicher Sonntag-Morgen-Frühstückstisch in ein tyrannisches Szenario verwandeln.

„Sprich lauter“, „Mach die Zähne auseinander“, „Rede langsamer“, „Überlege dir vorher, was du sagst“, „Schrei nicht so“.

Immer und immer wieder kritisieren Eltern ihre Kinder. Sprechen ihnen die Worte richtig vor, lassen die Kinder sie so lange wiederholen, bis die Kinder keine hörbare Sprachstörung mehr haben. Doch schon im nächsten Satz ist alles dahin und das Theater beginnt von Neuem.

Zwar macht es Sinn, dem Kind die Worte immer wieder richtig vorzusprechen, doch es frustriert – auf beiden Seiten. Dabei wünschen sich doch auch Kinder nicht sehnlicher, als ohne Sprachstörungen sprechen zu können und die Eltern stolz zu machen.

Es gibt kein Allheilmittel, um Sprachstörungen von heute auf morgen los zu werden. Punkt. Natürlich können Sie Ihr Kind auch von einer Therapie in die nächste stecken – Logopädie, Ergotherapie, Gesangsunterricht. In manchen Fällen mag das sogar von Nöten sein und ich möchte an dieser Stelle den Kollegen keinesfalls ihre Berechtigung absprechen. Doch was ein Kind mit Sprachstörungen wirklich benötigt ist Ruhe, Geborgenheit und Zeit. Zeit, sich zu konzentrieren. Zeit, in dem ihm ganz allein die Aufmerksamkeit geschenkt wird. Schon eine halbe Stunde am Tag allein für Eltern und Kind – ohne Ablenkung mit PC, Fernseher, Tablett, Handy usw. – kann wahre Wunder bewirken.

 

Mittlerweile gibt es viele tolle kleine Spiele, die darauf abzielen, den Kindern einen bewussteren Umgang mit der Sprache beizubringen. Zudem eignen sich einige von ihnen ideal als Mitbringsel. Selbst in einem Weihnachtskalender finden sie manchmal ihren Platz und sind Spielzeug und Lernmittel zugleich – ohne, dass sich die Kinder mit ihren Sprachstörungen unter Druck gesetzt fühlen.